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Odyssey of Failure – #Fail13

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Odyssey of Failure – #Fail13

Erstellt am 04 Nov 2013 in Allgemein, Barcamp | Kommentare deaktiviert

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Am vergangenen Wochenende wagten sich 8 Frauen und 14 Männer (phänotypisch gezählt) in Berlin unweit der Jannowitzbrücke aufs Meer des Scheiterns. Schutz vor Wetter-Unbilden jedweder Art bot die Raumstation @cbase, für das leibliche Wohl sorgten Emmas Küche, Sonntagmorgen, nuggad und apfelzet. Um Herz und Seele kümmerten sich alle Teilnehmer und Teilgeber gemeinsam, insbesondere natürlich die OrganisatorInnen.

Allen zusammen an dieser Stelle ein herzlicher Dank für die Unterstützung, die gemeinsame Zeit, die offenen und bisweilen direkten Worte und die zahlreichen Impulse und Facetten zum eigentlichen Thema dieser “Odyssey of Failure”, dem ersten Barcamp rund ums Scheitern (Twitter-Hashtag: #fail13).

Dank der (Achtung: Tautologiewarnung) sehr überschaubaren Personenschar konnte auf parallellaufende Tracks verzichtet und so gemeinsam die Vielzahl interessanter Sessions erlebt und mitgestaltet werden. Von der Begriffsschärfung des Scheiterns als

    – irreversibles und entgültiges Verfehlen eines oder mehrerer Ziele (Typ 1)
    – bzw. Unfreiheit möglichen Scheiterns oder Erfolgstrebens durch interpersonales oder strukturelles “gescheitert werden” (Typ 2)

mitsamt seiner Abgrenzung zu Fehlern und Rückschlägen, über vermeintlich und tatsächlich gescheiterte Biographien, facettenreiche Geständnisse (mit erfreulich seltenem Bias zur Selbsthilfegruppe) hin zur Kastration etwaigen Zierscheiterns, ergab sich eine überaus dichte Veranstaltung, die kaum auf einen einzelnen Tag hätte beschränkt werden können. Weitere und nicht abschließend aufgeführte Session-Highlights der beiden Tage waren die Fokussierung der Katharsis-Lehre und Dramentheorie des Aristoteles, sowie des Heldenreise-Zyklus Campbells, die Betrachtung des Impostor-Syndroms und des Lebens mit ADHS. Der Abend zwischen den Veranstaltungstagen wurde aufgelockert durch eine wunderbar gelungene Fail-Edition des Fang den Film-Filmquiz. Eine Fülle an Eindrücken, die noch eine Weile ihr Echo in den Gedanken der Teilnehmer finden wird.

Da mir nun durch die Vorstellung des Impostor-Syndroms ein Sachverhalt (be)greifbar gemacht wurde, komme ich beispielsweise in diesen Abendstunden nicht umhin, ihn mit dem Dunning-Kruger-Effekt abzugleichen. Mir scheint es ein Seiltanz zwischen den beiden Polen zu sein. Denn wenn Dunning äußert, dass jemand nichts von seiner Inkompetenz wissen kann, wenn er inkompetent ist, weil “… die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, genau jene Fähigkeiten [sind], um zu entscheiden, wann eine Lösung richtig ist“, dann hadere ich damit, dass dies dem Counterpart gelingen soll, gerade weil es in dieser Welt zunehmender Komplexität nur noch selten wirkliche Fragen und Probleme gibt, die (mit) richtig oder falsch und schon gar nicht monokausal beantwortet werden können, sodass eine ausschließliche Fokussierung auf eine der beiden Ausrichtungen scheitern muss. Werde in die weitere Auseinandersetzung besser auch das Locus of Control Framework einbeziehen.

Der Fail Whale hat jedenfalls Wind im Segel und scheitert voran bis er am 01.-02.11.2014 hoffentlich wieder in der @cbase bzw. zumindest in Berlin strandet. Ich freu mich schon jetzt aufs Wiedersehen alter und neuer Bekannter.